Regionalpläne ändern – Windenergie nutzen
Windenergienutzung schützt nicht nur Umwelt und Klima - sie bringt auch viele Vorteile für die Regionen, Vorteile für den regionalen Arbeitsmarkt (mehre tausend Arbeitsplätze bei bayerischen Windkraftanlagen- und Zulieferfirmen, auch in unserer Region) und neue Einkommensquellen für unsere Landwirte. Windenergienutzung ist zusammen mit den erneuerbaren Energien Wasser, Sonne, Biomasse und Erdwärme ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. In Schwabens Regionalplänen aber finden sich kaum Standorte für Windkraftanlagen. Die Regionalpläne in Schwaben und deren gegenwärtig diskutierte Fortschreibungen schränken die Nutzung der Windkraft massiv ein anstatt diese konsequent zu fördern. Es werden für große Windkraftanlagen in allen drei
Planungsregionen deutlich zu wenig Flächen als
Vorranggebiete zur Windkraftnutzung vorgehalten:
- Planungsregion Donau-Iller: Nur ein Vorranggebiet in der Gemeinde Ottobeuren. Die Landkreise Günzburg und Neu-Ulm sind „windenergiefrei“
- Planungsregion Allgäu: Neun Vorrangflächen im Landkreis Ostallgäu, zwei im Oberallgäu. Der Bodenseeraum und Alpen/Voralpenland haben keine Vorrangflächen.
- Planungsregion Augsburg: Insgesamt zwölf Vorranggebiete, davon sechs im Landkreis Dillingen, drei im Lkr. Aichach-Friedberg und drei im Lkr. Donau-Ries. In Augsburg gibt es weder im Stadtgebiet noch im Landkreis Vorrangflächen
Insgesamt werden den großen Windanlagen in Schwaben nur 22 Vorrangflächen von jeweils sehr geringer Größe zugestanden. In über 90 Prozent Schwabens wird durch die Regionalpläne die Nutzung von Wind als Energiequelle mit großen Windkraftanlagen unterbunden.
Der GRÜNE Bezirksverband Schwabens und die GRÜNE Landtagsabgeordnete
Christine Kamm fordern die
Planungsverbände auf, die Windenergie-Verhinderungspolitik in Schwaben aufzugeben und an allen Orten, die ausreichend windhöffig sowie ökologisch und strukturpolitisch vertretbar sind, als Vorranggebiete zur Nutzung der Windenergie auszuweisen. Sie erinnern daran, dass auch in der Oberpfalz bereits schon Regionalpläne wegen zu großer Einschränkung von Windenergiestandorten abgeändert werden mußten. Die GRÜNEN erinnern daran, dass die Windenergie im Bundesrecht als privilegierte Nutzung im Außenbereich festgeschrieben worden ist, um eine umweltfreundliche Energiequelle von unnötigen bürokratischen Hürden zu befreien. Über den Umweg Regionalplan wurde unzulässigerweise versucht, das Bundesrecht auszuhebeln.
Gerade in Schwaben, in dem derzeit das
Zwischenlager beim
Atomkraftwerk Gundremmingen in Betrieb genommen wurde, obwohl derzeit niemand die Frage beantworten kann, wohin der strahlende Müll zukünftig ohne Gefährdung unserer Biosphäre verbracht werden kann, besteht ein großes Interesse an einem Umstieg auf umweltfreundliche Energieerzeugung. Gerade in Schwaben, in dem die Energieträger Sonne und Biomasse immer mehr Zulauf finden, darf das Ausschöpfen des Windkraftpotentials als wichtiger Teil der erneuerbaren Energien nicht durch behördliche Restriktionen gefährdet werden.
Kategorie: Resolutionen Kategorie: Energiepolitik
Topic revision: r1 - 29 Oct 2006 - 21:00:20 - Mhoess